von Christoph Manghofer, Manghofer Gas-Sanitär-Heizung GmbH
Ein Batteriespeicher rechnet sich, wenn er jeden Tag einmal voll geladen und entladen wird. Den Hinweis, welche Größe für Ihren Batteriespeicher die richtige ist, finden Sie deshalb nicht im Datenblatt Ihrer PV-Anlage, sondern in Ihrem Stromzähler. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie sie die die Leistung ihres Batteriespeichers in zwei Ablesungen selbst bestimmen.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Speicher arbeitet wirtschaftlich, wenn er täglich einmal vollständig geladen und wieder entladen wird.
- Die Faustformel lautet Kilowatt Peak mal 1,2, entschieden wird aber über den gemessenen Nachtverbrauch zwischen 20 und 8 Uhr.
- Anders als bei den Modulen empfehle ich beim Speicher, klein zu starten und später modulweise nachzurüsten.
- Der Speicher verursacht keine laufenden Wartungskosten und braucht keine eigene Versicherung.
- Die Garantie liegt bei 10 Jahren, in der Praxis liegt die Restkapazität danach bei 90 bis 93 Prozent statt der zugesagten 80.
Wann lohnt sich ein Batteriespeicher überhaupt?
Die Frage wird mir in fast jedem PV-Gespräch gestellt, und sie hat eine erfreulich klare Antwort.
Der Maßstab, an dem ich jeden Speicher messe
Ein Speicher soll einmal am Tag voll geladen sein und einmal leer. Das ist der ganze Maßstab, und er ersetzt jede komplizierte Rechnung. Wird der Speicher jeden Abend geleert und am nächsten Tag von der Sonne wieder gefüllt, arbeitet jede eingebaute Kilowattstunde. Bleibt er halb voll stehen, weil nachts niemand Strom braucht, ist die Hälfte der Kapazität gekauftes Kapital, das nichts einbringt. Deshalb frage ich vor jedem Angebot nach dem Verbrauchsverhalten und nicht nach der Wunschgröße. Ein Haushalt, der abends kocht, wäscht und ein Auto lädt, nutzt einen großen Speicher aus. Ein Haushalt, der um zehn das Licht ausmacht, nutzt ihn nicht. Beide bekommen eine andere Empfehlung, obwohl auf beiden Dächern dieselbe Anlage installiert sein kann.
Warum sich der Speicher an 30 Cent gegen 7,70 Cent entscheidet
Solarstrom, den Sie selbst verbrauchen, ersetzt zugekauften Netzstrom zu rund 30 Cent je Kilowattstunde. Solarstrom, den Sie einspeisen, wird mit 7,70 Cent vergütet, Stand August 2026 für Anlagen bis 10 Kilowatt Peak in Teileinspeisung. Das ist ein Aspekt. Der zweite Aspekt betrifft die Aufgabe des Speichers. Er verschiebt Kilowattstunden von der schlechten in die gute Verwertung. Jede Kilowattstunde, die abends aus dem Speicher kommt, statt aus dem Netz, ist rund 22 Cent wert. Das ist die ganze Wirtschaftlichkeit in einem Satz, und daran ändert sich auch nichts, wenn die Strompreise weiter steigen, im Gegenteil. Wie sich Eigenverbrauch und Einspeisung insgesamt zueinander verhalten, habe ich in der Übersicht zur Photovoltaik ausführlich erklärt .
Die Frage der Wirtschaftlichkeit eines Speichers ist damit geklärt. Bleibt die Frage nach der Größe, und die ist messbar
Wie groß muss Ihr Batteriespeicher sein?
Für die Größe gibt es einen Ausgangspunkt und eine Messung. Der Ausgangspunkt ist eine Faustformel, die Messung entscheidet.
Die Faustformel als Ausgangspunkt
Nehmen Sie die Leistung Ihrer Anlage in Kilowatt Peak und multiplizieren Sie sie mit 1,2. Das Ergebnis sind die Kilowattstunden Speicherkapazität, die zu dieser Anlage grundsätzlich passen. Bei 10 Kilowatt Peak auf dem Dach landen Sie also bei rund 12 Kilowattstunden, bei 7,5 Kilowatt Peak bei rund 9 Kilowattstunden. Diese Formel bringt Sie in die richtige Größenordnung und verhindert den häufigsten Fehlgriff. Manche Haushalte kaufen nämlich einen Speicher, der zur gelieferten Strommenge überhaupt nicht passt. Der zweite Schritt ist in zwei Minuten erledigt und deutlich aussagekräftiger.
Die Zählermessung, die wirklich entscheidet
Lesen Sie Ihren Stromzähler abends um acht ab und morgens um acht noch einmal. Die Differenz ist Ihr Nachtverbrauch, und genau den soll der Speicher überbrücken. Kommen dabei 5 oder 6 Kilowattstunden heraus, dann ist ein Speicher mit 12 Kilowattstunden zu groß, unabhängig davon, was die Faustformel sagt. Die Messung korrigiert aber auch nach oben. In einem Projekt in Mühldorf Nord lagen nur 7,5 Kilowatt Peak auf dem Dach, die Familie verbraucht nachts jedoch überdurchschnittlich viel. Dort sind bewusst 11 Kilowattstunden eingebaut worden statt der 9, die die Formel ergab. Das Ergebnis waren über 90 Prozent weniger Netzstrom, ohne dass die Familie ihr Verhalten geändert hat. Messen Sie an mehreren Tagen, am besten an einem Werktag und an einem Wochenendtag.
| Anlagenleistung | Faustformel mal 1,2 | Nachtverbrauch 5 kWh | Nachtverbrauch 11 kWh |
|---|---|---|---|
| 7,5 Kilowatt Peak | rund 9 Kilowattstunden | 5 bis 6 Kilowattstunden | 11 Kilowattstunden |
| 8 Kilowatt Peak | rund 10 Kilowattstunden | 5 bis 6 Kilowattstunden | 11 Kilowattstunden |
| 10 Kilowatt Peak | rund 12 Kilowattstunden | 5 bis 6 Kilowattstunden | 12 Kilowattstunden |
Tabelle 1: Die Faustformel ergibt die Größenordnung, der gemessene Nachtverbrauch ist der bessere Hinweis und entscheidet. Quelle: Beratungspraxis Manghofer.
Aus dieser Logik folgt eine Empfehlung, die viele überrascht.
Warum ich beim Speicher klein anfange und später nachrüste?
Bei den Modulen plädiere ich dafür, großzügig auszulegen. Beim Speicher rate ich zum Gegenteil und das ist kein Widerspruch. Es ist vielmehr eine Frage der Nachrüstbarkeit.
Modulbauweise: Nachrüsten ohne Gerüst und ohne neue Verkabelung
Eine PV-Anlage baut man einmal aufs Dach. Um sie zu erweitern, brauche ich wieder ein Gerüst, wieder Monteure, eine neue Verkabelung und gegebenenfalls einen weiteren Wechselrichter. Der Aufwand steht nicht im Verhältnis zum Zugewinn. Beim Speicher ist es genau umgekehrt. Die Geräte, die wir einsetzen, sind modular aufgebaut: Ein zusätzliches Speichermodul kommt in denselben Schrank, ohne Gerüst, ohne Eingriff am Dach und ohne dass die Anlage neu konfiguriert werden muss. Deshalb starte ich lieber mit einer Stufe weniger, beobachte im ersten Jahr die tatsächlichen Werte und rüste dann gezielt um ein, zwei oder drei Module auf. Am Ende steht ein Speicher, der zum Leben im Haushalt passt, und nicht einer, der zu einer Faustformel gepasst hat.
Der teuerste Fehler: Unabhängigkeit zu groß eingekauft
Der häufigste Denkfehler beim Speicher kommt aus einem guten Motiv. Viele Hausbesitzer wollen so unabhängig wie möglich sein und dimensionieren deshalb von Anfang an großzügig. Das treibt den Preis erheblich. Ab einem bestimmten Punkt bringt zusätzliche Kapazität einfach nichts mehr, weil sie an den meisten Tagen des Jahres gar nicht gefüllt und geleert wird. Unabhängigkeit entsteht durch das Zusammenspiel von Anlagengröße, Speicher und Steuerung. Ein gut gesteuerter Speicher mit 8 Kilowattstunden bringt mehr als ein ungesteuerter mit 15. Genau deshalb vergleiche ich mit Kunden nie den Endpreis zweier Angebote, sondern immer den Bedarf. Wer den Bedarf kennt, erkennt sofort, welches Angebot zu groß gerechnet ist, und spart das Geld dort, wo es ohnehin keine Wirkung gehabt hätte. Wie Speicher, PV-Anlage und Wärmepumpe zusammen das größte Sparpotenzial heben, zeigt der Beitrag .
Bleibt die Frage, was so ein Gerät im Betrieb kostet und wie lange es hält.
Was kostet ein Batteriespeicher im Betrieb, und wie lange hält er?
Hier fällt die Antwort kurz aus, und sie überrascht Kunden regelmäßig.
Keine Wartung, keine eigene Versicherung
Die laufenden Wartungskosten eines Batteriespeichers liegen bei null Euro. Es gibt keine planmäßige Wartung, solange der Aufstellraum normal behandelt wird, also nicht verdreckt oder verstaubt. Dazu kommt eine Überwachung durch den Hersteller, sofern eine Internetverbindung besteht: rund um die Uhr, einschließlich der Zelltemperatur des Speichers. Fällt etwas auf, meldet sich der Hersteller bei uns, und wir reagieren, oft bevor Sie selbst etwas merken. Eine eigene Photovoltaik- oder Speicherversicherung brauchen Sie ebenfalls nicht. Melden Sie die Anlage bei Ihrer bestehenden Wohngebäudeversicherung an, dann ist sie dort mitversichert. Möglich ist eine kleine Beitragserhöhung, ein separater Vertrag ist aus meiner Sicht nicht nötig.
10 Jahre Garantie und was danach tatsächlich übrig ist
Batteriespeicher werden üblicherweise mit 10 Jahren Garantie ausgeliefert. Wichtiger als die Garantiezeit ist aber die Frage, wie viel Kapazität nach dieser Zeit noch zur Verfügung steht. Ein Akku verliert etwas Kapazität, ähnlich wie beim Handy. Die Hersteller sichern nach 10 Jahren 80 Prozent zu. In unseren Anlagen sehen wir in der Praxis eher 90 bis 93 Prozent, also deutlich mehr als versprochen. Und auch nach dieser Zeit arbeitet der Speicher normal weiter, nur mit etwas weniger Reserve. Muss ein Gerät nach 15 oder 20 Jahren doch getauscht werden, kommt uns die Steckerbauweise entgegen: Es wird nicht an vielen Bauteilen gearbeitet, sondern das einzelne Gerät getauscht. Die Arbeitszeit dafür ist gering.
| Position | Wert | Anmerkung |
|---|---|---|
| Laufende Wartung | 0 Euro | keine planmäßige Wartung, Herstellerüberwachung rund um die Uhr |
| Eigene Versicherung | nicht erforderlich | läuft über die bestehende Wohngebäudeversicherung mit |
| Garantie | 10 Jahre | gilt üblicherweise auch für den Wechselrichter |
| Restkapazität nach 10 Jahren | 90 bis 93 Prozent | zugesagt sind 80 Prozent |
| Erweiterbarkeit | modulweise | ohne Gerüst und ohne Eingriff am Dach |
Tabelle 2: Betriebskosten, Garantien und Erweiterbarkeit. Quelle: Herstellerangaben und Projekterfahrung Manghofer.
Mein Fazit
Ein Batteriespeicher ist kein Zubehör, sondern das Werkzeug, mit dem aus erzeugtem Strom gesparter Strom wird. Die richtige Größe finden Sie nicht im Katalog, sondern in Ihrem Stromzähler, und sie lässt sich mit zwei Ablesungen bestimmen. Meine Empfehlung: klein starten, ein Jahr beobachten, gezielt nachrüsten. Manghofer Gas-Sanitär-Heizung GmbH (seit 1878 und in 4. Generation ) plant Anlage, Speicher und Steuerung im Landkreis Mühldorf als eine Einheit. Wie der Speicher in das größere Bild passt, lesen Sie in der Übersicht zur Photovoltaik. Denn am Ende geht es nicht um ein einzelnes Gerät, sondern um ein Energiesystem mit Zukunft.
Sie fragen sich, welcher Batteriespeicher sich wirklich für Sie lohnt? Wir lesen Ihren Verbrauch aus der Jahresabrechnung, bestimmen mit Ihnen den Nachtverbrauch und legen Anlage und Speicher passend aus |
Häufige Fragen zum Batteriespeicher
Als Ausgangspunkt gilt die Leistung Ihrer Anlage in Kilowatt Peak mal 1,2, bei 10 Kilowatt Peak also rund 12 Kilowattstunden. Entscheidend ist dann Ihr gemessener Nachtverbrauch: Er kann die Größe nach unten korrigieren, bei überdurchschnittlichem Nachtverbrauch aber auch nach oben. In einem Projekt in Mühldorf sind aus diesem Grund 11 Kilowattstunden eingebaut worden, obwohl nur 7,5 Kilowatt Peak auf dem Dach liegen. Wichtig ist am Ende nur eines: Der Speicher soll täglich einmal gefüllt und geleert sein.
Lesen Sie den Stromzähler abends um acht und morgens um acht ab und bilden Sie die Differenz. Diese Zahl ist Ihr Nachtverbrauch. Wiederholen Sie die Messung an mehreren Tagen, idealerweise an einem Werktag und an einem Wochenendtag, weil sich der Verbrauch dort deutlich unterscheiden kann. Nehmen Sie anschließend den typischen Wert, nicht den höchsten. Genau diese Menge soll der Speicher über die Nacht bereitstellen.
Ja, und genau das empfehle ich in den meisten Fällen. Die Speicher sind modular aufgebaut. Ein weiteres Modul kommt in denselben Schrank, ohne Gerüst und ohne Eingriff am Dach. Deshalb starten wir lieber eine Stufe kleiner und rüsten nach dem ersten Betriebsjahr gezielt auf. Dann liegen echte Verbrauchsdaten vor, und Sie zahlen nur für Kapazität, die tatsächlich arbeitet. Bei den Modulen auf dem Dach ist es umgekehrt, dort lohnt sich Nachrüsten kaum.
Die Garantie liegt üblicherweise bei 10 Jahren. Hersteller sichern danach 80 Prozent Restkapazität zu, in unseren Anlagen sehen wir eher 90 bis 93 Prozent. Auch nach Ablauf der Garantie läuft der Speicher normal weiter, nur mit etwas weniger Reserve. Ein Akku verliert Kapazität ähnlich wie ein Handy-Akku, allerdings deutlich langsamer, weil er nicht täglich vollständig entleert und wieder bis zum Anschlag geladen wird.
Beides nicht. Eine planmäßige Wartung gibt es nicht, die laufenden Kosten liegen bei null Euro, solange der Aufstellraum normal behandelt wird. Bei bestehender Internetverbindung überwacht der Hersteller die Anlage rund um die Uhr, einschließlich der Zelltemperatur. Versichert wird der Speicher über Ihre bestehende Wohngebäudeversicherung, eine eigene Police brauchen Sie nicht. Möglich ist eine kleine Beitragserhöhung.
Deine Checkliste für den Heizungstausch
Ja, ich möchte die Checkliste erhalten und stimme zu, dass die Manghofer GmbH mir regelmäßig nützliche Tipps zu Heizungstausch, staatlicher Förderung und Energiesparen per E-Mail zusendet. Meine Einwilligung kann ich jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen (z. B. über den Abmelde-Link in jeder Mail). Informationen zum Datenschutz finde ich in der Datenschutzerklärung.