von Christoph Manghofer, Manghofer Gas-Sanitär-Heizung GmbH
Eine Photovoltaik-Anlage ist mehr als ein Stromerzeuger auf dem Dach. Sie ist der Produktions-Baustein Ihres Energiesystems. Entscheidend für Ihre Rechnung ist nicht die Einspeisung, sondern wie viel Solarstrom Sie selbst verbrauchen. Dieser Ratgeber zeigt Hausbesitzern im Landkreis Mühldorf, wie eine PV-Anlage dimensioniert, eingebunden und zukunftsfähig gebaut wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine typische PV-Anlage für ein Einfamilienhaus liegt bei 8 bis 10 Kilowatt Peak und besteht bei 10 Kilowatt Peak aus rund 22 Modulen.
- Für den Jahresertrag rechnen wir mit rund 1.100 Kilowattstunden je Kilowatt Peak. Eine Anlage mit 10 Kilowatt Peak liefert also etwa 11.000 Kilowattstunden.
- Der größte Hebel der Wirtschaftlichkeit ist der eigene Verbrauch: Selbst genutzter Solarstrom spart rund 30 Cent pro Kilowattstunde, für eingespeisten Strom gibt es 7,70 Cent.
- Ohne Speicher decken Haushalte 40 bis 50 Prozent ihres Strombedarfs selbst, mit Speicher und Energiemanagement 60 bis 70 Prozent, in einem unserer Projekte über 90 Prozent.
- Ein Ost-West-Dach bringt etwas weniger Gesamtertrag als ein Süddach, ist für ein Einfamilienhaus mit Speicher aber meist die bessere Wahl.
Inhaltsverzeichnis
Wo steht die Photovoltaik-Anlage im Energiesystem Ihres Hauses?
Wenn bei uns jemand anruft und eine PV-Anlage anschaffen möchte, frage ich zunächst, wie das Haus insgesamt mit Energie versorgt wird. Denn eine Photovoltaik-Anlage entfaltet ihren Wert erst im Zusammenspiel mit allem anderen. In unserem Denkmodell besteht ein Energiesystem fürs Haus aus vier Komponenten, und die Photovoltaik ist genau eine davon: die Produktions-Komponente.
- Produktion: Die PV-Anlage erzeugt Strom auf dem Dach, die Wärmepumpe holt zusätzlich Umweltwärme ins Haus.
- Verbraucher: Heizung, Warmwasser, Haushaltsgeräte, Beleuchtung und das E-Auto nehmen diese Energie ab.
- Speicher: Batteriespeicher, Pufferspeicher und Warmwasserspeicher verschieben Energie in die Zeit, in der sie gebraucht wird.
- Manager: Ein intelligentes Energiemanagement entscheidet, welcher Verbraucher wann den günstigen Strom bekommt.
Warum ich Photovoltaik nie als Einzelmaßnahme plane und was das E-Auto damit zu tun hat
Viele Hausbesitzer bauen erst etwas aufs Dach und stellen dann etwas in den Keller. Die Frage, wie beides zusammenarbeitet, kommt danach, und dann ist die Antwort teuer. Ich gehe den umgekehrten Weg: Erst klären wir, welche Verbraucher im Haus stehen und welche in den nächsten Jahren dazukommen, dann planen wir die Produktion. Eine Anlage, die zu den Verbrauchern passt, liefert Strom genau dann, wenn er gebraucht wird. Dazu gehört die fünfte Achse des Modells, die Mobilität. Das E-Auto ist zunächst ein Verbraucher, und zwar ein sehr großer, der zeitlich flexibel ist. Genau deshalb hebt es den Anteil des selbst genutzten Stroms deutlich an, und perspektivisch wird es zusätzlich zum Speicher, der Strom auch wieder abgibt. Ich frage im Beratungsgespräch deshalb immer nach der Wallbox, selbst wenn noch kein E-Auto in der Garage steht. Die Anlage darauf vorzubereiten, kostet fast nichts. Sie später nachzurüsten, kostet viel.
Was der Energiemanager konkret macht, und wo M-TEC ins Spiel kommt
Der Energiemanager sitzt direkt hinter dem Zähler. Er misst laufend, wie viel Strom von der PV-Anlage herunterkommt, wie viel ins Netz geht und wie viel im Haus bleibt. Über eine Internetverbindung ist er mit allen steuerbaren Verbrauchern verbunden: mit der Wärmepumpe, der Wallbox, der Waschmaschine, der Spülmaschine oder auch der Poolpumpe. Diese Verbraucher kann er gezielt ansteuern und einschalten, sobald Strom vom Dach zur Verfügung steht. Als Premium-Partner arbeiten wir dafür mit M-TEC zusammen, weil M-TEC ein Gerät liefert, mit dem sich das komplette Haus über einen Energiemanager steuern lässt. Das beste Modul auf dem Dach nützt wenig, wenn die Komponenten nicht miteinander reden. Erst der Manager bringt die Leistung zu den Verbrauchern im Haus.
Damit ist die Rolle der Produktion geklärt. Wie groß also muss eine PV-Anlage sein?
Wie groß muss Ihre PV-Anlage sein, und woran mache ich das fest?
Die Anlagengröße ergibt sich aus dem täglichen Leben im Haus. Zwei Größen sind da entscheidend: Ihr heutiger Stromverbrauch und die Verbraucher, die noch dazukommen.
Der erste Blick geht auf Ihren Stromzähler, nicht aufs Dach
Beim Strom sind die Leute erstaunlich gut informiert. Was sie im Jahr an Gas oder Öl verbraucht haben, weiß kaum jemand genau. Beim Strom kennen die meisten ihren Verbrauch auf die Kilowattstunde. Genau das ist der Ausgangspunkt: Nehmen Sie Ihre letzte Jahresabrechnung, dort steht der Wert, den wir brauchen. Aus diesem Verbrauch leiten wir einen ersten Richtwert für die Anlagengröße ab. Danach frage ich, welche Verbraucher noch dazu kommen: eine Wärmepumpe, eine Wallbox, vielleicht eine Klimatisierung. Wer das heute schon berücksichtigt, ärgert sich später nicht darüber, dass die Anlage zu klein ausgelegt wurde. Photovoltaik erklären muss ich dabei fast niemandem mehr. Das Thema ist angekommen und die meisten wissen bereits gut Bescheid.
Warum ich Anlagen heute größer auslege als früher
Früher war ich ein klarer Befürworter davon, eine Anlage nur so groß zu bauen, wie sie im Moment gebraucht wird. Diese Meinung habe ich geändert. Der Grund ist praktisch: Eine PV-Anlage baut man einmal aufs Dach. In der Zukunft erweitert man sie aber kaum um beispielsweise vier Platten. Für eine Erweiterung brauche ich wieder ein Gerüst, wieder Monteure, ich muss neu verkabeln und brauche einen weiteren Wechselrichter. Der Aufwand steht nicht im Verhältnis zum Zugewinn. Deshalb legen wir bei Manghofer die Anlage heute so aus, wie es das Dach in einem sinnvollen Rahmen hergibt. Auch wenn die Rechnung heute nicht bei jeder Kilowattstunde sofort aufgeht: Der Strombedarf im Haus wird in den nächsten Jahren steigen. Und dann ist jeder froh über Strom, der nichts kostet.
Wie viel Strom Ihre Anlage im Jahr produziert
Für den Jahresertrag gibt es eine Rechnung, die Sie selbst nachvollziehen können. Bei uns in Bayern setzen wir rund 1.100 Kilowattstunden je Kilowatt Peak und Jahr an. Multiplizieren Sie also die Leistung Ihrer Anlage mit 1.100, dann haben Sie den Jahresertrag. Eine Anlage mit 10 Kilowatt Peak liefert damit rund 11.000 Kilowattstunden im Jahr, eine Anlage mit 7,5 Kilowatt Peak rund 8.000 Kilowattstunden. Dieser Wert schwankt in unserer Region erfreulich wenig, weil die Jahreseinstrahlung im Landkreis Mühldorf und Umgebung sehr gleichmäßig ausfällt. Je nach Ausrichtung und Anlagenkonfiguration liegt das Ergebnis etwas darüber oder darunter. Als Richtwert für die erste Planung reicht diese Rechnung in jedem Fall.
Was eine typische Anlage ohne Speichern fürs Einfamilienhaus kostet
Für ein normales Einfamilienhaus landen wir meist bei 8 bis 10 Kilowatt Peak. Bei 10 Kilowatt Peak sind das rund 22 Module auf dem Dach. Mit dieser Größe sind Sie gut ausgestattet, auch wenn später noch ein E-Auto dazukommt. Eine solche Anlage kostet ohne Speicher rund 10.000 bis 12.000 Euro, und zwar mit allem, was dazugehört: Montage, Unterkonstruktion, Gerüst, Elektroinstallation und Anmeldung. Diese Zahl ist bewusst eine Bandbreite, weil jedes Dach anders ist. Was den Preis bewegt, sind die Dachform, die Erschließung und die Frage, wie aufwendig die elektrische Einbindung ausfällt. Die folgende Tabelle fasst die Kennzahlen zusammen, mit denen Sie rechnen können.
| Kennzahl | Wert | Anmerkung |
|---|---|---|
| Anlagenleistung | 8 bis 10 Kilowatt Peak | Standardgröße für ein Einfamilienhaus |
| Modulanzahl | rund 22 Module bei 10 Kilowatt Peak | abhängig von der Leistung des einzelnen Moduls |
| Jahresertrag | rund 1.100 Kilowattstunden je Kilowatt Peak | bei 10 Kilowatt Peak also rund 11.000 Kilowattstunden im Jahr |
| Investition ohne Speicher | 10.000 bis 12.000 Euro | inklusive Montage, Unterkonstruktion, Gerüst und Anmeldung |
| Empfohlene Speichergröße | rund 12 Kilowattstunden bei 10 Kilowatt Peak | Faustformel, nach oben durch den Nachtverbrauch begrenzt |
| Laufende Wartungskosten | 0 Euro | keine planmäßige Wartung erforderlich |
| Bezugspreis Netzstrom | rund 0,30 Euro je Kilowattstunde | Rechengröße, Stand August 2026 |
| Einspeisung ins Netz | 0,0770 Euro je Kilowattstunde | Teileinspeisung, Anlagen bis 10 Kilowatt Peak, Stand August 2026, 20 Jahre fest |
Tabelle 1: Kennzahlen einer typischen PV-Anlage für ein Einfamilienhaus. Quelle: Beratungspraxis Manghofer.
Viel wichtiger für Ihre Rechnung ist aber, wie der Strom genutzt wird.
Warum ist der Eigenverbrauch der eigentliche Hebel und nicht die Einspeisung?
Sobald die PV-Anlage Strom produziert, wird zuerst der Hausstrom damit gedeckt. Die Kilowattstunde kostet Sie ab diesem Moment nichts mehr. Das ist der Kern der ganzen Rechnung.
30 Cent gespart oder 7,70 Cent bekommen: der Unterschied in einer Zahl
Für jede Kilowattstunde, die Sie aus dem Netz kaufen, zahlen Sie derzeit rund 30 Cent. Für jede Kilowattstunde, die Sie ins Netz einspeisen, erhalten Sie 7,70 Cent, festgeschrieben für 20 Jahre ab Inbetriebnahme (Stand August 2026, Anlagen bis 10 Kilowatt Peak, Teileinspeisung). Damit ist die Rangfolge eindeutig: Selbst verbrauchen ist etwa viermal so wertvoll wie einspeisen. Die Einspeisevergütung ist ein Zubrot, sie ist nicht der Grund für eine PV-Anlage. Der Grund ist die Unabhängigkeit von einem Strompreis, den Sie nicht beeinflussen können. Deshalb lautet die Reihenfolge in jedem gut geplanten System: erst direkt verbrauchen, dann speichern, und nur der Rest wandert ins Netz.
Wie viel Ihres Strombedarfs Sie realistisch selbst decken
Hier lohnt es, zwei Kennzahlen auseinanderzuhalten. Die eine ist der Anteil Ihres Strombedarfs, den Sie selbst decken, also wie viel weniger Sie aus dem Netz kaufen. Die andere ist der Anteil des erzeugten Solarstroms, der im Haus bleibt. Für Ihre Stromrechnung zählt die erste Zahl. Ohne Speicher deckt ein Haushalt, der ganz normal weiterlebt und zum Beispiel ein E-Auto hat, 40 bis 50 Prozent seines Bedarfs selbst, der Netzbezug halbiert sich also etwa. Mit Speicher und einem intelligenten Energiemanagement nutzen Sie 60 bis 70 Prozent selbst, und zwar ohne, dass Sie Ihr Verhalten ändern müssen. Wer zusätzlich bewusst am Tag wäscht und lädt, erreicht einen höheren Anteil. Die Technik legt also die Basis, das Energiemanagement holt den Großteil heraus, und das eigene Verhalten setzt obendrauf.
| Konstellation | Anteil des selbst gedeckten Strombedarfs | Was dahintersteckt |
|---|---|---|
| PV-Anlage ohne Speicher | 40 bis 50 Prozent | Verbrauch tagsüber, E-Auto als flexibler Abnehmer |
| PV-Anlage mit Speicher und Energiemanager | 60 bis 70 Prozent | ohne Verhaltensänderung im Haushalt |
| Praxisprojekt Mühldorf | über 90 Prozent | kleine Anlage, großzügiger Speicher, niedriger Jahresverbrauch |
| Deckung des Wärmepumpen-Stroms | 50 bis 60 Prozent | Sommerertrag gegen Winterbedarf gerechnet |
| Spürbare Energie-Autarkie im Alltag | ab 60 bis 70 Prozent | Schwelle, ab der die Stromkosten deutlich sinken |
Tabelle 2: Selbst gedeckter Strombedarf in der Praxis. Quelle: Projekterfahrung Manghofer.
Ein Projekt aus Mühldorf Nord: über 90 Prozent weniger Netzstrom
Der Haushalt dort hatte einen Jahresverbrauch von rund 2.800 Kilowattstunden. Das Dach gab keine große Anlage her, deshalb sind 7,5 Kilowatt Peak installiert werden, die etwa 8.000 Kilowattstunden im Jahr erzeugen. Dazu kam ein Speicher mit 11 Kilowattstunden, bewusst großzügig gewählt, weil dieser Haushalt nachts viel Strom braucht. Das Ergebnis: über 90 Prozent weniger Netzstrom. Die Familie kauft heute noch rund ein Zehntel dessen ein, was sie vorher verbraucht hat, und sie hat dafür ihr Verhalten nicht umgestellt. Das Leben ist geblieben, wie es war. Demnächst kommt ein E-Auto dazu, und weil die Anlage deutlich mehr produziert als der Haushalt braucht, wird es über einen großen Teil des Jahres praktisch kostenlos geladen.
In Euro ist der Hebel einfach zu rechnen. Jede selbst genutzte Kilowattstunde ist eine, die Sie nicht einkaufen müssen.
| Selbst genutzter Solarstrom im Jahr | Ersparnis pro Jahr | Typische Konstellation |
|---|---|---|
| 2.000 Kilowattstunden | 600 Euro | Haushalt ohne Speicher |
| 3.000 Kilowattstunden | 900 Euro | Haushalt ohne Speicher |
| 5.000 Kilowattstunden | 1.500 Euro | Haushalt mit Speicher und E-Auto |
| 8.000 Kilowattstunden | 2.400 Euro | Haushalt mit Speicher, E-Auto und Wärmepumpe |
Tabelle 3: Ersparnis durch selbst genutzten Solarstrom, gerechnet mit 0,30 Euro je Kilowattstunde. Für den nicht selbst genutzten Rest kommt die Einspeisevergütung hinzu.
Zum Einordnen: Bei einer Anlage für 10.000 bis 12.000 Euro und einem Vorteil von 1.500 Euro im Jahr amortisiert sich die Investition in etwa sieben bis acht Jahren, ohne die Einspeisevergütung. Danach produziert die Anlage jahrzehntelang weiter. Vorausgesetzt, dass das Dach mitspielt
Brauche ich einen Energieberater für den Antrag?
Das ist die häufigste Sorge, mit der ich konfrontiert werde. Die Antwort ist: Nein. Für den reinen Heizungstausch mit Wärmepumpe oder Pellets brauchen Sie keinen externen Energieeffizienz-Experten. Wir bei Manghofer erstellen als Ihr Fachunternehmen die sogenannte Bestätigung zum Antrag, kurz BzA, inklusive der 15-stelligen BzA-ID, die Sie für den Antrag brauchen. Auch die Kosten für Fachplanung und Baubegleitung sind in der Heizungsförderung bereits enthalten, dafür gibt es keinen separaten Zuschuss und Sie müssen keine zusätzlichen Beratungskosten einplanen. Unsere Begleitung durch den gesamten Prozess kostet Sie keinen Cent. Wer glaubt, er bräuchte hierfür einen externen Energieberater, ist auf einem veralteten Stand.
Muss Ihr Dach nach Süden zeigen, damit sich Photovoltaik lohnt?
Die kurze Antwort lautet nein, und die etwas längere überrascht viele: Für ein Einfamilienhaus mit Speicher ist ein Ost-West-Dach in der Regel die bessere Ausgangslage als ein Süddach. Entscheidend ist ohnehin etwas anderes, nämlich der Zustand des Dachs.
Warum ein Ost-West-Dach für Sie oft besser ist als ein Süddach
Über das ganze Jahr bringt eine Süd-Anlage etwas mehr Ertrag. Das ist richtig, führt aber am Alltag vorbei. Denn eine Süd-Anlage erzeugt ihren Strom gebündelt um die Mittagszeit, und zwar so viel, dass ein normaler Haushalt ihn gar nicht verbrauchen kann. Der Überschuss geht für 7,70 Cent ins Netz. Eine Ost-West-Anlage verteilt den Ertrag: Sie liefert früh am Morgen und bis in den Abend hinein, wenn im Haus tatsächlich Strom gebraucht wird. Damit müssen Sie nicht warten, bis die Sonne hoch steht, und Sie speisen weniger ein. Für ein Einfamilienhaus mit normalem Speicher ist genau das der Vorteil, der zählt. Beim Vor-Ort-Termin schauen wir uns Dachfläche, Statik und Eindeckung an und legen die Belegung daraufhin fest
Gauben, Dachfenster und Verschattung sind kein Ausschlusskriterium
Dachfenster, Öffnungen, Gauben oder ungewöhnliche Zuschnitte sind kein Grund, ein Dach abzuschreiben. Für diese Situationen findet sich fast immer eine Lösung, die Module sinnvoll anzuordnen. Auch die Verschattung spielt heute kaum mehr die Rolle, die ihr oft zugeschrieben wird. Bei der Planung prüfen wir, ob ein Baum, ein Kamin oder ein Nachbargebäude überhaupt relevanten Schatten wirft. Wenn ja, bauen wir die Anlage so, dass sie deswegen nicht herunterfährt. Dazu kommt, dass die Module technisch immer besser werden: Fällt ein Schatten auf ein einzelnes Modul, riegelt das nicht mehr die ganze Anlage ab. Selbst ein Dachteil ohne optimale Ausrichtung liefert Kilowattstunden, die Sie nicht einkaufen müssen.
Worauf es am Dach wirklich ankommt: Zustand und Befestigung
Es gibt genau eine Konstellation, bei der ich abrate, eine PV-Anlage zu installieren: ein sehr altes Dach, dessen Eindeckung in den nächsten Jahren ohnehin fällig wird. Eine Anlage darauf zu bauen bedeutet, sie später wieder abzubauen, und das kostet ein zweites Mal Gerüst, Monteure und Zeit. Am besten sollte das Dach gleichzeitig mit der Anlage erneuert werden, weil Gerüst und Anfahrt nur einmal anfallen. Ein anderer wichtiger Punkt ist die Frage nach der Befestigung der Anlage auf dem Dach und der sieht in vielen Angeboten unscheinbar aus. Wir tauschen an jedem Befestigungspunkt die Dachschindel aus und setzen eine Blechschindel mit Haken ein, die genau zur vorhandenen Eindeckung passt. Damit kann dort praktisch keine Undichtigkeit entstehen. Diese Lösung ist teurer als die schnelle Variante. Wir von Manghofer wollen aber nicht diejenigen sein, die nach fünf Jahren auf das Dach steigen und eine undichte Stelle suchen, denn dafür würden wir haften. Genau daran erkennen Sie auch die Qualität eines Angebots: an der Art der Befestigung.
Ist die Produktion geklärt, folgt der zweite Baustein im System: der Speicher.
Wann lohnt sich ein Batteriespeicher, und wie groß muss er sein?
Ein Speicher lohnt sich, wenn er jeden Tag einmal voll geladen und einmal voll entladen wird. Alles, was darüber hinaus im Keller steht, kostet Geld und arbeitet nicht.
Die Faustformel und die Messung, die über die Speicherkapazität entscheiden
Für den Anfang gibt es eine Faustformel, die jeder sofort nachvollziehen kann: Nehmen Sie die Kilowatt Peak auf dem Dach und multiplizieren Sie sie mit 1,2. Bei einer Anlage mit 10 Kilowatt Peak wären das rund 12 Kilowattstunden Speicherkapazität im Keller. Diese Formel ist der Ausgangspunkt, die tatsächliche Entscheidung über die Größe eines Speichers fällt aber am Zähler. Lesen Sie ihn abends um acht und morgens um acht ab. Die Differenz ist Ihr Nachtverbrauch, und genau diesen Verbrauch soll der Speicher überbrücken. Kommen dabei nur 5 oder 6 Kilowattstunden Nachtverbrauch heraus, ist der kleinere Wert der richtige, denn ein Speicher, der nachts nur zur Hälfte entladen wird, ist zur Hälfte gekauftes Kapital, das nichts einbringt. Verbraucht ein Haushalt nachts überdurchschnittlich viel, darf der Speicher auch größer ausfallen als die Formel sagt. In einem Projekt in Mühldorf waren es aus diesem Grund 11 Kilowattstunden bei 7,5 Kilowatt Peak auf dem Dach.
Warum wir beim Speicher klein anfangen
Ihre PV-Anlage sollten Sie großzügig ausrichten. Beim Speicher rate ich zum Gegenteil, und das ist kein Widerspruch. Module auf dem Dach lassen sich praktisch nicht sinnvoll erweitern, Speicherkapazität schon. Die Speicher, die wir einsetzen, sind modular aufgebaut. Ein weiteres Modul ist nachträglich ohne Gerüst und ohne neue Verkabelung eingebaut. Viele Hausbesitzer dimensionieren den Speicher von Anfang an zu groß, geben viel Geld aus und werden dadurch nicht unabhängiger. Ab einem bestimmten Punkt bringt zusätzliche Kapazität einfach nichts mehr. Mein Weg ist deshalb: klein starten, im ersten Jahr die tatsächlichen Werte beobachten und dann gezielt um ein, zwei oder drei Module aufrüsten. So ist der Speicher am Ende sowohl technisch als auch wirtschaftlich richtig ausgelegt.
Wie sich ein Speicher im Detail rechnet und welche Größe zu welchem Verbrauchsprofil passt, vertiefe ich im Beitrag zum Batteriespeicher.
Wieviel kostet eine PV-Anlage im Betrieb, und wie lange hält sie?
Bei der Heizung reden wir über jährliche Wartung. Bei der Photovoltaik fällt die Antwort erfreulich kurz aus.
Meine Antwort zu den Wartungskosten lautet: null Euro
Wenn eine Anlage ordentlich eingebaut ist und der Raum, in dem Wechselrichter und Batteriespeicher stehen, nicht verdreckt oder verstaubt, dann entstehen keine Wartungskosten. Die Systeme arbeiten automatisch, eine planmäßige Wartung gibt es nicht. Auch die Module auf dem Dach müssen Sie nicht reinigen, das übernimmt der Regen. Ausnahmen sind Extremsituationen wie ein Saharastaub-Ereignis. Dazu kommt, dass unsere Anlagen vom Hersteller rund um die Uhr überwacht werden, inklusive der Zelltemperatur des Batteriespeichers. Fällt etwas auf, meldet sich der Hersteller bei uns, und wir reagieren, oft bevor der Kunde etwas merkt.
Braucht die Anlage eine eigene Versicherung?
Eine eigene Photovoltaik-Versicherung brauchen Sie nicht. Melden Sie die Anlage bei Ihrer bestehenden Wohngebäudeversicherung an, dann ist sie dort mitversichert. Möglich ist eine kleine Beitragserhöhung, ein separater Vertrag ist aus meiner Sicht aber nicht nötig. Das gilt auch für den zweiten Punkt, den Kunden häufig ansprechen: den Tausch von Wechselrichter oder Speicher nach 15 oder 20 Jahren. Ausschließen kann man ihn nicht, in den meisten Fällen tritt er nicht ein. Und wenn, dann kommt uns die Bauweise entgegen. Diese Geräte sind modular und steckbar aufgebaut, es wird nicht an vielen Bauteilen gearbeitet, sondern das einzelne Gerät getauscht. Die Arbeitszeit dafür ist gering, den Gerätepreis in 20 Jahren kann heute niemand seriös nennen.
Wie lange Module, Wechselrichter und Speicher halten
PV-Module haben im Schnitt 25 bis 30 Jahre Garantie. Für mich ist das ein starkes Signal, denn kein Hersteller gibt eine solche Zusage, wenn er mit Ausfällen rechnet. Batteriespeicher und Wechselrichter kommen üblicherweise mit 10 Jahren Garantie. In der Praxis geht aber mehr, als die Papiere versprechen. Wir haben Wechselrichter im Bestand, die seit über 20 Jahren laufen, einer davon seit 23 Jahren. Beim Speicher verliert der Akku etwas Kapazität, ähnlich wie beim Handy. Hersteller geben nach 10 Jahren 80 Prozent Restkapazität an, wir sehen in der Praxis eher 90 bis 93 Prozent. Auch danach arbeitet der Speicher normal weiter, nur mit etwas weniger Reserve.
| Komponente | Garantie | Erfahrung aus unseren Projekten |
|---|---|---|
| PV-Module | 25 bis 30 Jahre | Betrieb über Garantiezeit möglich |
| Wechselrichter | 10 Jahre | Geräte im Bestand laufen über 20 Jahre |
| Batteriespeicher | 10 Jahre | Restkapazität nach 10 Jahren real eher 90 bis 93 Prozent statt der zugesagten 80 |
| Unterkonstruktion und Dachanbindung | herstellerabhängig | statisch berechnet und auf 20 bis 25 Jahre Betrieb ausgelegt |
Tabelle 4: Lebensdauer und Garantien der Komponenten.
Quelle: Herstellerangaben und Projekterfahrung Manghofer
Ihren vollen Wert entfaltet die PV-Anlage erst mit dem größten Verbraucher im Haus.
Warum sind Photovoltaik und Wärmepumpe ein so starkes Paar?
Die Wärmepumpe heizt mit Strom, die PV-Anlage produziert Strom. Die eine Anlage greift damit genau dort an, wo bei der anderen die Kosten entstehen.
Die PV-Anlage setzt am größten Kostenhebel der Wärmepumpe an
Der Betriebskostentreiber einer Wärmepumpe ist der Strompreis. Wer Heizstrom für rund 30 Cent aus dem Netz kauft, zahlt jedes Jahr denselben Preis, mit Tendenz nach oben. Wer denselben Strom vom eigenen Dach nimmt, zahlt dafür nichts. Damit verändert die PV-Anlage die Wirtschaftlichkeit der Heizung unmittelbar, und zwar über die gesamte Laufzeit. Wichtig ist dabei, dass beide Systeme voneinander wissen. Die Wärmepumpe muss erfahren, was auf dem Dach passiert, also ob die Sonne scheint oder nicht. Und die Produktionsseite muss wissen, welche Verbraucher angeschlossen sind, damit die Wärmepumpe genau dann läuft, wenn günstiger Strom da ist. Diese Aufgabe übernimmt ein ein Management-Modul. Wie sich der Strompreis auf die Heizkosten auswirkt, rechne ich im Beitrag zur Wirtschaftlichkeit der Wärmepumpe durch.
Wie viel Heizstrom die PV-Anlage übers Jahr deckt
Über das ganze Jahr gerechnet deckt eine PV-Anlage im Standard-Einfamilienhaus rund 50 bis 60 Prozent des Stroms, den die Wärmepumpe braucht. Der Grund für die Grenze lässt sich nicht wegdiskutieren: Die Sonne liefert im Sommer, gebraucht wird die Wärmepumpe im Winter. Dieser Gegensatz bleibt bestehen, egal wie sorgfältig geplant wird. Optimieren lässt er sich trotzdem. Mit Speicher, mit einem Energiemanager und mit einer Anlage, die groß genug ausgelegt ist, holen Sie aus den Wintermonaten deutlich mehr heraus als mit einer knapp bemessenen Anlage ohne Steuerung. Mehr zur passenden Wärmepumpen-Bauart finden Sie im Beitrag zur Luft-Wasser-Wärmepumpe . Einen Überblick über alle Wärmepumpen-Arten gibt der Beitrag.
Was maximale Energie-Autarkie realistisch bedeutet
Auf unserem Banner im Showroom steht maximale Energie-Autarkie, und das Wort maximal ist dort bewusst gewählt. Eine hundertprozentige Autarkie ist mit PV-Anlage und Wärmepumpe nicht erreichbar. Die Anlage, die dafür nötig wäre, passt auf kein normales Hausdach. Aus meiner Sicht ist ein Haus aber bereits bei 60 bis 70 Prozent in einem Bereich, in dem man von Unabhängigkeit sprechen kann, weil die Stromkosten dann sehr deutlich gesunken sind. Erreichbar ist dieser Grad nur mit Speichermöglichkeiten und einer intelligenten Verbindung der Komponenten. Genau das ist unsere Aufgabe: beide Systeme so zu verbinden, dass sie ihr gemeinsames Potenzial ausschöpfen. Das ganze Bild dazu steht im Beitrag zur Wärmepumpe als Energiesystem und im Beitrag zu Photovoltaik mit Wärmepumpe.
Was ist der teuerste Denkfehler bei der PV-Rechnung?
Fast jedes Gespräch beginnt mit einem Satz, den ich gut kenne: PV-Anlagen kosten doch nichts mehr. An diesem Satz ist etwas Wahres, aber er führt in die Irre.
Module kosten doch nichts mehr“: was im Preis wirklich steckt
Günstig geworden sind die Module, weil sie in großen Mengen produziert werden. Das ist aber nur ein Teil der Anlage. Module lassen sich nicht mit zwei Schrauben auf dem Dach befestigen. Sie brauchen eine Unterkonstruktion, die zum Dach passt, statisch berechnet ist, und von einem namhaften Hersteller kommen sollte, damit Sie über 20 Jahre Ruhe haben. Dazu kommen die Monteure, die das Ganze sauber aufbauen, ein Fang- oder Arbeitsgerüst für die Sicherheit, die komplette Elektroinstallation, die Inbetriebnahme und die Anmeldung. Wer nur den Endpreis zweier Angebote vergleicht, sieht diese Unterschiede nicht. Deshalb nehme ich mir die Zeit, im Gespräch zu erklären, was in der Zahl steckt.
Warum wir so bauen, dass Sie später ergänzen können
Der zweite teure Denkfehler betrifft den Speicher, der aus dem Wunsch nach Unabhängigkeit zu groß gewählt wird und den Preis nach oben treibt, ohne mehr zu bringen. Und der dritte Denkfehler ist, heute eine Komponente zu kaufen, die morgen nicht mehr mitspielt. Wir wählen deshalb grundsätzlich Systeme, die zu weiteren Komponenten passen, auch wenn zunächst nur die PV-Anlage oder nur die Wärmepumpe gebaut wird. Niemand soll Geld ausgeben für etwas, das er nicht braucht. Zu Förderprogrammen berate ich Sie im Gespräch, weil sich die Rahmenbedingungen derzeit verändern. Wie die staatliche Förderung für die Wärmepumpe im Detail aussieht, lesen Sie in unserem Förder-Ratgeber.
Mein Fazit
Wer eine PV-Anlage nur als Gerät auf dem Dach betrachtet, verschenkt den größten Teil ihres Werts. Ihr Wert entscheidet sich nicht an der Modulmarke, sondern daran, wie viel Strom Sie selbst nutzen und wie gut die Komponenten miteinander reden. Deshalb planen wir Anlage, Speicher und Steuerung gemeinsam und bauen so, dass Sie später ergänzen können, ohne sich etwas zu verbauen. Manghofer Gas-Sanitär-Heizung GmbH (seit 1878 und in 4. Generation) begleitet Hausbesitzer im Landkreis Mühldorf von der Planung bis zur Inbetriebnahme ihres Energiesystems mit Zukunft.
Sie fragen sich, ob sich auch für Sie eine PV-Anlage lohnt? Wir schauen uns Ihr Dach an, lesen Ihren Stromverbrauch aus der Jahresabrechnung, legen Anlage und Speicher passend aus und binden beides in Ihr Energiesystem ein. |
Häufige Fragen zur Photovoltaik
Wie groß muss eine PV-Anlage für ein Einfamilienhaus sein?
Für ein normales Einfamilienhaus liegen wir meist bei 8 bis 10 Kilowatt Peak, bei 10 Kilowatt Peak sind das rund 22 Module. Der Ausgangspunkt ist Ihr Stromverbrauch aus der letzten Jahresabrechnung, ergänzt um die Verbraucher, die noch dazukommen, etwa eine Wärmepumpe oder eine Wallbox. Legen Sie lieber groß aus, wie es das Dach in einem sinnvollen Rahmen hergibt, weil eine nachträgliche Erweiterung um wenige Module wirtschaftlich kaum sinnvoll ist.
Muss mein Dach nach Süden zeigen?
Nein. Ein Süddach bringt über das Jahr etwas mehr Ertrag, erzeugt diesen aber gebündelt um die Mittagszeit, wo ihn ein Haushalt kaum abnehmen kann. Ein Ost-West-Dach liefert morgens und abends und passt damit besser zum tatsächlichen Verbrauch. Für ein Einfamilienhaus mit Speicher ist es deshalb meist die bessere Ausgangslage. Gauben, Dachfenster und Verschattung sind ebenfalls kein Ausschlusskriterium
Wie viel Wartung braucht eine Photovoltaik-Anlage?
Meine ehrliche Antwort: null. Bei sauberer Installation und einem normal gehaltenen Aufstellraum für Wechselrichter und Speicher fällt keine planmäßige Wartung an. Die Module reinigt der Regen. Unsere Anlagen werden bei bestehender Internetverbindung rund um die Uhr vom Hersteller überwacht. Auch eine eigene Photovoltaik-Versicherung brauchen Sie nicht, die Anlage läuft über Ihre bestehende Wohngebäudeversicherung mit.
Wie gut passen Photovoltaik und Wärmepumpe zusammen?
Sehr gut, weil die Wärmepumpe mit Strom heizt und die PV-Anlage genau diesen Strom produziert. Über das Jahr deckt eine PV-Anlage rund 50 bis 60 Prozent des Wärmepumpen-Stroms. Die Grenze liegt im Winter, weil dann der Wärmebedarf hoch und der Sonnenertrag niedrig ist. Entscheidend ist, dass beide Anlagen über einen Energiemanager miteinander verbunden sind, damit die Wärmepumpe läuft, wenn Strom vom Dach kommt.
Deine Checkliste für den Heizungstausch
Ja, ich möchte die Checkliste erhalten und stimme zu, dass die Manghofer GmbH mir regelmäßig nützliche Tipps zu Heizungstausch, staatlicher Förderung und Energiesparen per E-Mail zusendet. Meine Einwilligung kann ich jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen (z. B. über den Abmelde-Link in jeder Mail). Informationen zum Datenschutz finde ich in der Datenschutzerklärung.